Josef Farkas, Trainer der Spvg. Wesseling-Urfeld, im Interview 

Josef Farkas will nachhaltigen Erfolg mit der Spvg. Wesseling-Urfeld

„Ich bin ja hier nicht der Alleinunterhalter“, sagt Josef Farkas. Die Wesseling-Urfelder Ikone ist aber auf dem besten Weg dorthin. Zur neuen Saison hat der langjährige Trainer der ersten Mannschaft ein neues Jugendkonzept geplant, übernimmt die B-Jugend als Trainer selbst und möchte auch im Vorstand ein Wörtchen mitreden. Wie Farkas das alles schafft, und was er mit der ersten Mannschaft vorhat, verrät er im Interview mit FUSSIFREUNDE.

FUSSIFREUNDE: Herr Farkas, die Saison ist zwar schon seit ein paar Wochen vorbei, trotzdem vielleicht ein abschließendes Fazit von Ihnen?

Jupp Farkas: Man darf sich gar nicht ausdenken, wo wir gelandet wären, wenn wir eine stabile Vorrunde gespielt hätten. Mit dem sechsten Platz in der Endabrechnung haben wir uns sicherlich unter Wert geschlagen und wenn man weiß, dass mehr drin gewesen wäre, ist das natürlich schon enttäuschend.

„4-2-3-1 ist mir zu defensiv, die Zuschauer wollen Tore sehen“

In der nächsten Saison will der Coach mit seinem Team die Klasse halten

FUSSIFREUNDE: Sie sprechen schon an, dass ihre Mannschaft vor allem in der Rückserie ihr volles Potenzial ausschöpfen konnte. Was genau lief besser als in der Hinrunde?

Jupp Farkas: Mit den Mittelfeldspielern Tom Bastian und Daniel Farkas sind zwei enorm wichtige Spieler nach langer Verletzungspause ins Team zurückgekehrt, das hat uns enorm geholfen. Die beiden haben mit Verteidiger Michael Denkewitz und Stürmer Philipp Menzler eine starke Achse gebildet. Bastian, Farkas, Denkewitz und Menzler waren die Säulen der Mannschaft. Ansonsten haben wir zur Rückrunde nicht viel verändert, taktisch haben wir am 4-3-3 festgehalten. Viele Teams in der Liga spielen ein 4-2-3-1, aber das ist mir zu defensiv. Mit einem Stürmer zu spielen macht ja auch für die Zuschauer keinen Spaß, und immerhin haben wir in Wesseling die meisten Fans der Liga. Und die wollen Tore sehen!

FUSSIFREUNDE: Wie sehen denn nach so einer Rückrunde die Ziele für die kommende Saison aus?

Jupp Farkas: Mit der Zusammenlegung von NRW-Liga und Mittelrheinliga wird die nächste Saison sehr hart. Einige Vereine rüsten dafür enorm auf. Deswegen heißt es für uns erst einmal drin bleiben, am besten auf einem einstelligen Tabellenplatz. Alles andere wäre vermessen.

FUSSIFREUNDE: Wie weit sind die personellen Planungen für die neue Saison vorangeschritten?

Jupp Farkas: Im Grunde bleibt die Zusammensetzung der Mannschaft bestehen, aber wir haben zwei Abgänge zu verkraften. Peter Kovella geht zum FC Rheinsüd und unser Stammtorwart Gianluca Kohn hat sich entschieden von nun an seinem Vater (Stefan Kohn, Ex-Bundesligaprofi u.a. für den 1.FC Köln, Anm. der Red.) nachzueifern und im Sturm zu spielen. Als er mich am letzten Spieltag mit seinen Plänen konfrontierte, dachte ich zuerst er macht Witze. Aber er meinte es tatsächlich ernst, und wird von nun an für unsere zweite Mannschaft auf Torejagd gehen. Das ist natürlich bitter für uns, weil er unser Stamm-Keeper und zuletzt ein sicherer Rückhalt war. Wir haben auch bis jetzt noch keinen Ersatz gefunden Zwar haben wir ein paar Torhüter an der Angel, uns aber noch für niemanden entschieden.

FUSSIFREUNDE: Stehen denn auf anderen Positionen schon Neuzugänge fest?

Jupp Farkas: Ja wir verpflichten sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive jeweils einen Perspektivspieler. Mit Marco Lieven kommt aus Badorf-Pingsdorf ein junger Spieler fürs Mittelfeld und mit Patrick Njangue ein Abwehrspieler aus der U 19 von Fortuna Köln.

„Für die B-Jugend haben wir einen Riesen-Trainer verpflichtet: den Josef Farkas“

FUSSIFREUNDE: Apropos Perspektive: In Wesseling-Urfeld soll zukünftig verstärkt die eigene Jugend gefördert werden. Gibt es da schon konkrete Pläne für die nahe Zukunft?

Jupp Farkas: Ja, wir haben im Jugendbereich umstrukturiert. Ein Spieler aus der Ersten, Stürmer Marco Pruenza, wird die A-Jugend als Trainer übernehmen. Der Marco ist Sportstudent und somit in der Trainingslehre bewandert, mit dem ist die Position optimal besetzt. Außerdem haben wir für die B-Jugend einen Riesen-Trainer verpflichtet, den Josef Farkas (lacht). Da sind wir auch nicht schlecht aufgestellt. Das Ziel ist mit beiden Mannschaften nächstes Jahr aufzusteigen und man merkt schon jetzt, dass die neuen Pläne Früchte tragen: Der Andrang an Jugendspielern ist riesig.

FUSSIFREUNDE: Wie ist es um die Zukunft der zweiten Mannschaft bestellt?

Jupp Farkas: In der Zweiten haben wir das Problem, dass uns die benachbarten Vereine viele Spieler weggeschnappt haben. Elf, zwölf Spieler wechseln zur nächsten Saison den Verein und wir haben noch acht, neun Spieler übrig. Wir versuchen gerade eine adäquate zweite Mannschaft aufzubauen und dafür brauchen wir auf jeden Fall noch zehn Spieler. Wenn wir diese Verstärkungen nicht bekommen, müssen wir darüber nachdenken die zweite Mannschaft aufzulösen. Denn wenn wir eine Reservemannschaft führen, dann sollte das Projekt schon Ambitionen haben. Stichtag für die Entscheidung ist der 30. Juni.

FUSSIFREUNDE: Sie sind Trainer der Ersten, bald auch noch Trainer der B-Jugend und auch sonst im Verein sehr aktiv. Wie kriegt man das alles unter einen Hut?

Jupp Farkas: Ja, meine Frau guckt mich bei dem Thema auch immer böse an. Ich war sowieso, schon immer sehr früh am Platz, habe mir das Training der Jugendmannschaften angeschaut. Da dachte ich mir: Eigentlich kann ich die ja auch selbst trainieren. Natürlich brauche ich einen Co-Trainer, allein schon weil ich an Sonntagsspieltagen ja bei der Ersten sein muss. Wir sind gerade in den Gesprächen mit möglichen Assistenztrainern.

FUSSIFREUNDE: Es gibt gar Gerüchte, sie wollen auch noch in den Vorstand der Spielvereinigung…

Jupp Farkas: (Lacht) Nein ich bin ja hier nicht der Alleinunterhalter. Offiziell im Vorstand vertreten zu sein und gleichzeitig die erste Mannschaft zu trainieren wäre ja gar nicht möglich. Ich möchte bloß Mitspracherecht haben und dafür muss ich bei den Vorstandssitzungen dabei sein.

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